LueneZeit

Zeitung f. Stadt und Land

Dialog als Wesen der Erkenntnis

Gadamer sagte es: “Der Dialog ist das Wesen der Erkenntnis”. Deshalb ist Sprache wichtig, weil “Erkenne dich selbst” nur mit einem Anderen, einer Anderen geht. Deshalb websits, blogs, Gespräche, Treffen. Wir brauchen uns und wir brauchen unsere Sprache wir benötigen das aufeinander reagieren, das kommunizieren.

Jeder sitzt in seinem Turm und hat einen Internetanschluss, vielleicht ein Telefon. Aber der Andere ist nicht da, die Anderen sind am Telefon. Ich sitze an der Tastatur, einer schwarzen von Mikrosoft und bearbeite meine Tasten. Weshalb?

Die Sehnsucht treibt mich an die Klaviatur, ich will Kommunizieren, ich will Kontakt, ich will Erkenntnis. Wie findet man diejenigen Menschen, die einem auf dem Weg der Erkenntnis weiter helfen? Es ist fast die Frage danach, wie man eine neue Partnerin, einen neuen Partner findet.

Wie die Pilze sind die Partnerbörsen im Internet aus dem Kraut geschossen. Und die blogs sind eine ähnliche Erscheinung. Über zwei Millionen blogs bei wordpress. Alle suchen sich. Im Netz entstehen morphogenetische Felder. Es ist kein Zufall auf wessen Seiten man kommt, was jemanden anspricht, wo er oder sie weiterliest, was man weiter sagt.

Einmal im Monat, immer den ersten Freitag mache ich ein Treffen bei mir Zuhause für Bekannte und Freunde, eine Art Salon, nur dass es nicht so üppig ist wie in den klassischen Salons in Frankreich und Russland vor über 100 Jahren. Unterschiedlich viele liebe Menschen besuchen mich, lernen sich kennen, bringen Ananassaft, Brot, Aioli, und alles mögliche zum Essen und Naschen mit und wir haben ein paar schöne Stunden.

Ich schreibe das um es weiter zu empfehlen. Da findet Kommunikation, Erkenntnis, persönliche Entwicklung unmittelbar statt. Über eine website, über einen Blog, gibt es eine Zeitverzögerung. Aber es ist auch mit Zeitverzögerung Kommunikation möglich.

Meine Hoffnung ist, dass wesentliche Themen hier zur Sprache kommen und ausgetauscht werden, wie Liebe und Freiheit, persönliches Glück und Erkenntnisse die schneller dahin führen, Revolution welcher Art und wie sie zu bewerkstelligen sein könnte, optimale staatliche Organisation, technologische Entwicklung und wo sollen die Grenzen sein, Erfahrungen des Sozialismus in Deutschland und was man auch im Kapitalismus wieder einführen könnte oder wofür man sich einsetzen könnte, usw.

Um diesem Ziel näher zu kommen will ich den einen oder anderen Punkt aufgreifen und meine Meinung dazu publizieren. Aber vor allem bin ich auf Deine Meinung gespannt.

2 Kommentare»

  Birgit Holzer hat @ geschrieben

Ich habe gesagt, die Seele sei nicht mehr als der Leib,
und ich habe gesagt, der Leib sei nicht mehr als die Seele,
und nichts, auch Gott nicht, sei einem größer als man selbst ist,
und wer immer eine Achtelmeile ohne Mitgefühl wandert,
der wandert, in sein eigenes Leichentuch geschlagen, zu seinem Begräbnis,
und ich oder du können ohne Pfennig in der Tasche das Beste der Erde kaufen,
und mit dem Auge aufzublicken oder eine Bohne in ihrer Schale zu zeigen, vernichtet das Wissen aller Zeiten,
und dass es keinen Beruf und kein Geschäft gebe, in dem der junge Mann der ihm folge, nicht ein Held werden könnte,
und dass es keinen noch so weichen Gegenstand gebe, dass er nicht eine Radnabe für das kreisende Universum abgäbe,
und ich sage zu jedem Manne und jedem Weibe: lasst eure Seele kühl und gelassen vor einer Million von Universen,
und sage der Menschheit, seid nicht neugierig um Gott,
denn ich, der ich neugierig bin nach allem, bin nicht neugierig nach Gott,
(kein Aufgebot von Worten kann sagen, wie ich im Frieden stehe mit Gott und mit dem Tode).

Ich höre und gewahre Gott in jedem Ding, doch verstehe ich Gott nicht im mindesten,
noch versteh ich dass einer wunderbarer sein könnte als ich selber.
Weshalb sollte ich Gott besser zu sehen wünschen als ich ihn heute sehe?
Ich sehe etwas von Gott in jeder Stunde der vierundzwanzig, und in jedem Augenblick also,
in den Gesichtern von Mann und Weib sehe ich Gott, und in meinem eigenen Gesicht im Spiegel,
ich finde Briefe von Gott, die er auf die Straße fallen ließ,
und jeder ist mit Gottes Namen gezeichnet,
und ich lasse sie wo sie liegen, denn ich weiß,
wohin immer ich gehe,
werden andere kommen, pünktlich, immer und ewig.
Walt Whitman
aus: Hymnen für die Erde

Wenn du liebst was du magst
genauso wie das was du nicht magst
wenn du deiner Einsamkeit vertraust
wie der Freiheit der Andersdenkenden
wenn du schutzlos bleibst
ohne gescheit sein zu wollen,
kannst du kommunizieren
mit Vögeln und Wolken, mit Katzen und Kindern, mit Eidechsen und Philosophen,
manchmal auch mit Männern und Frauen,
mit Briefen, mit Gebeten, Rosen, mit dem
November, mit dem Schweigen.

Birgit Holzer

  Jan Moritz hat @ geschrieben

Lieber Uli, es ist Weihnachten. Dir und Deinen Liebsten schöne Festtage. Du hast mir viel gegeben in diesem Jahr und uns viel geschenkt…nicht nur diese Seite hier.DANKE.
Ich freu mich auf 2009 und auf unsere Treffen im neuen Jahr. Viel Gutes dir und allen die dazugehören. Jan Moritz


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