LueneZeit
Zeitung f. Stadt und LandArchiv für Dezember, 2008
Weihnachten-Wintererdenwende
Nun, ich weiß, man nennt es Sonnenwende, genauer Wintersonnenwende. Aber die Sonne wendet sich ja gar nicht. Es ist die Erde, die wieder in die andere Richtung, die Südrichtung schlingert und deshalb die Nordseite der Sonne etwas mehr präsentiert. Wir “Nordlichter” wollen uns der Sonne doch auch mal zeigen.
Mit fast 2000 Kilometer pro Stunde dreht sich der Äquator in östlicher Richtung und “reißt” die Athmosphäre, das Wasser, die Weltmeere mit sich. Die Alpen sind ja relativ “festgeklebt”, aber das Wasser muss bei dieser Geschwindigkeit schon schauen, dass es “im Fluß” bleibt, was es ja tut, durch die globale Meeresströmung und den “Hügel” den es auf dem Meer am Äquator hinterläßt.
Wintererdenwende nenn ich das in Zukunft. Und das ergibt neuen Wind im Norden, neue Energien und das feierten die Kelten und die Germanen und das übernahmen die Christen bei der Christianisierung der Kelten und sagten, jetzt heißt es aber Weihnachten und Christi Geburt und so wird heute Dank Coca Cola, die ja 1923 einen neuen Nikolaus als Werbung malten in Peking Weihnachten gefeiert, weil es eben bei den Kelten die Wintererdenwende gab. Ist doch einfach.
Dennoch finde ich es schon erstaunlich, dass das eine in Israel, dem Land vieler Angehöriger der jüdischen Glaubensrichtung begann (Christi Geburt) und dass das Fest, das 2000 Jahre später weltweit gefeiert wird, von Germanien seinen Ursprung nahm, also dort wo diesem jüdischen Volk am schlimmsten Böses angetan wurde.
Vielleicht ein Zufall. Vielleicht ein Hinweis. Vielleicht einfach die Möglichkeit über diese beiden Völker nachzudenken. Christus ein Jude. Unverstanden. Benedikt der 15. ein ehemaliger deutscher Nazi, ein Christ, unverstanden? Was wollen Christen und Juden hier auf der Welt?
Ist es noch erforderlich in religiösen Systemen zu Denken? Der iranische Präsident sagte auf Channel 4 in einer Weihnachtsansprache, sinngemäß, heute wäre Christus linker Revoluzzer. Hat er Christus verstanden?
Ich glaube nicht. Für mich ist Christus Revolutionär. Aber Revolutionär ganz neuer Art. Heute erzählte der Pfarrer Führer, der die Montagsgebete in der Johanniskirche in Leipzig mitinitiiert hatte, dass durch die Botschaft Christi ein Wunder in Deutschland stattgefunden hätte, nämlich eine friedliche Revolution 1989.
Für mich ist es ungeklärt, was alles zum friedlichen Übergang eines speziellen sozialistischen Landes, nämlich der Deutschen Demokratischen Republik in ein spezielles kapitalistisches Land nämlich der Bundesrepublik Deutschland, beigetragen hat. Vielleicht auch die Ideen von Christus.
Aber Christus blieb bis heute von den Kirchenchristen und den Revolutionären unterschiedlicher Auffassung unverstanden. Christus ging es um das Leben, um die Lebendigkeit.
Lebendig ist der fühlende Mensch, der, der sein Herz spürt und der vom Herzen her lebt. Aber nicht vom verklärten, vom transzendierten oder wie auch immer metamorphorisierten Herzen her, nein, vom unmittelbar im Leib empfundenen, immer “anwesend seienden” Herzen, vom gespürten Herzen.
In solch einem Herzen läßt sich durch Übung eine Entwicklung feststellen, die zur Liebe führt, zur empfundenen Liebe und das ist es was Christus vermitteln wollte. Liebt und tut was ihr wollt. Warum kann er, warum können wir so sprechen?
Wer vom Herzen her liebt, der benötigt keinen kategorischen Imperativ Kants.
Wer vom Herzen her liebt, der benötigt die Auffoderung des Dalai Lamas nicht, über das Mitgefühl eine neue Weltethik zu entwickeln.
Wer vom Herzen her liebt benötigt keine Religion, keinen Pabst, keinen politischen Führer und keinen obersten Gott, keinen allein selig machenden Gott.
Wer vom Herzen her liebt ist in der Liebe. Er braucht keine Frau und keinen Mann, kein Kind und kein Internet. Er ist in der Liebe und will diese Liebe verströmen, weil das die Liebe im Herzen so an sich hat. Sie ist wie der globale Wasserstrom, den die Erde mit 2000 km/h mit sich zieht, so zieht das Herz alles mit sich, was liebt.
Und so wie die Energie wieder zu uns kommt, zu den Kelten, so beginnen unsere Herzen zu strahlen. Jeder Schmerz im Körper, jeder Schmerz im Herzen wartet darauf gespürt zu werden und wartet darauf verwandelt zu werden in Wärme, in Weite, in Liebe und Freiheit. Das ist die Botschaft Christi.